Die interessanten Verbindungen zwischen der Roma-Kultur und dem Übersetzen

Wir von Translation Romani  haben uns dazu entschlossen, den Begriff Romani in allen Sprachversionen der Website beizubehalten. Er bezieht sich sowohl auf die Sprache als auch auf all die verschiedenen ethnischen Gruppen der Welt, d.h. Roma, Sinti, Manuš, Calé, Romanichal, Kalé und viele andere. Bitte lesen Sie die wichtigen Hinweise unserer Übersetzer zu Erklärungen und anderen Übersetzungen, die lokal, regional oder national verwendet werden.

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Ist Romani immer ein Dialekt?

Dialekte sind soziale oder regionale Abweichungen von der Standardsprache. Ein Dialekt spiegelt besondere Merkmale einer Varietät wieder, die von einer bestimmten Sprechergruppe an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit verwendet wird. Sprachwissenschaftler haben schon viele Versuche unternommen, die unterschiedlichen Romani-Dialekte zu klassifizieren. Einen Dialekt gemeingültig einzuordnen, ist manchmal ein schwieriges Unterfangen, da Sprachwissenschaftler sich nicht immer auf eine einheitliche Definition von „Dialekt“ verständigen können. Migration, Reisebewegungen und Siedlungsstrukturen stellen sich als Schwierigkeit für eine Klassifizierung, die auf etablierten linguistischen Strukturen und Kategorien basiert, heraus. Ein übliche Einordnung, die jedoch noch immer kritisch gesehen wird, ist die Einteilung der Dialekt-Struktur des Romani nach Vlax / non-Vlax. Aus sprachhistorischer Perspektive bezeichnet Vlax jene Dialekte, die von Romani und deren Nachfahren gesprochen wird, die in den ehemaligen, osmanisch kontrollierten Fürstentümern Walachei und Moldau (heute Rumänien) über 500 Jahre lang als Sklaven angesehen wurden. Diese Dialekte sind stark vom Rumänischen beeinflusst worden. Kalderaš, einer der Vlax-Dialekte hat derzeit weltweit die meisten Sprecher und wird in internationalen Foren meist als Grundlage verwendet.       

Heute tendieren die meisten Sprachwissenschaftler dazu, die fast 80 Romani-Dialekte in vier große Gruppen einzuteilen: Balkan-Romani-, Zentral-Romani-, Nord-Romani- und Vlax-Romani-Dialekte. Einige Wissenschaftler verfolgen die Evolution und den Unterscheidungsgrad zwischen den Mundarten in Bezug auf die Hauptwellen der Romani-Migration und ihrer darauffolgenden Expansion. Mit anderen Worten: die Dialekte, die entwicklungsgeschichtlich näher am östlichen „Ursprungszentrum“ in Indien und am westlichen „Zentrum der Festigung der ethnischen Identität“ im byzantinischen Anatolien liegen, erhalten bestimmte sprachliche Strukturen, die die Dialekte in ihrer frühesten Entwicklungsphase gemein hatten. Die Dialekte hingegen, die aus späteren Migrationsbewegungen in die Balkanstaaten, nach Europa und in andere Regionen entstanden, weisen unterschiedlich starken Zuwachs aus anderen Sprachen auf. Abgesehen davon herrscht eine beträchtliche gegenseitige Verständlichkeit unter vielen Dialektsprechern, besonders im Wortschatz bestimmter Themenbereiche.    

Alle Romani-Dialekte sind durch Kontakt mit den jeweiligen lokalen Sprachen beeinflusst worden. In manchen Regionen der Welt haben die Dialektsprecher nicht nur lexikalische, sondern auch grammatikalische Strukturen von den Landessprachen übernommen, mit denen sie in Kontakt stehen. Dies ist zum Beispiel in Spanien der Fall gewesen. Wie nicht anders zu erwarten, sorgt die ungewisse Lage des sich noch im Entwicklungsstadium befindlichen Standard-Romani dafür, dass die Romani-Sprecher versuchen, ihre Dialekte mit dem Alphabet der jeweiligen Landessprache zu schreiben. Wie in den meisten zwei- und mehrsprachigen Gesellschaften nutzen Romani-Sprecher in Gesprächen Code-Switching, d.h. sie wechseln zwischen Romani und der Sprache ihrer Heimat hin und her. All diese Faktoren helfen uns zu verstehen, warum es eine große Herausforderung bleibt, grenzüberschreitend einen Konsens über einen internationalen Standard und eine gemeinsame Schreibung für das Romani zu erzielen. Dieser Umstand liegt an der Tatsache, dass es kein eigenes Staatsgebiet gibt.

Literaturhinweise:

Courthiade, Marcel and Alain Reyniers (eds), "Langue et culture: approche linguistique", Études tsiganes, Vol. 2, No. 22, Paris: Études tsiganes, 2005.

Hancock, Ian (1995), A Handbook of Vlax Romani, Columbus: Slavica Publishers, Inc.

Langues et cité, June (9), Special issue on the Romani language, Paris: Observatoire des pratiques linguistiques, Ministère de la Culture et de la Communication, 2007.

Matras, Yaron (2002), Romani. A Linguistic Introduction, Cambridge: Cambridge University Press.

Proctor, Edward (2008), Gypsy Dialects. A selected annotated bibliography of materials for the practical study of Romani, Hertfordshire: University of Hertfordshire Press.

Romani Project, School of Languages, Linguistics and Cultures at the University of Manchester, retrieved 4 Sept 2011 at http://romani.humanities.manchester.ac.uk/.

 


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